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Auf dieser Seite findest du Gedanken aus meinem Leben, Antworten auf Fragen, die ich mir gestellt und teilweise beantwortet habe – mit Hilfe meiner eigenen Erfahrungen, meiner LehrerInnen auf meinem Yogaweg sowie der Lektüre von Büchern, die mich begleitet haben oder immer noch begleiten – also auch Wissen aus der Yogaphilosophie (Jnana).

Du bist neugierig geworden? Du hast selbst offene Fragen, die du dir beantworten möchtest? – Du bist herzlich eingeladen, Einblicke in meine Gedanken zu nehmen.

Gedankenfunke 1

Das Leben ist nur eine Zwischenstation

Der Unterricht meiner LehrerInnen, das Studium spiritueller Texte und nicht zuletzt das Leben selbst, haben mich immer näher zu dieser Quint-Essenz geführt. Wir sind hier nur Gast für eine gewisse Zeit, in der wir zwischen Himmel und Erde verweilen. Diese Zeit füllen wir nicht nur energetisch sondern auch physisch aus, unsere Seele erlangt Form durch den Körper, der unsere Ich-Essenz bildet im Moment der Geburt. Wir atmen den Lebenshauch ein. Im Moment des Todes atmen wir aus und unsere Seele verlässt unseren Körper wieder. Genau diese Seele ist das, was bereits war und immer sein wird (Atman). Sie ist mit der Unendlichkeit des Universums verbunden (Brahman). All unsere Seelen sind in der Unendlichkeit des Universums verbunden.

Sei dankbar, für jeden Moment, den du lebst. Du glaubst, als Mensch über vieles Macht zu haben. Doch bedenke, du hast keine Macht über den Tod. So ähnlich sind die Worte meines Lehrers Sharat Aurora gewesen, die mir nach meiner ersten Begegnung mit ihm in Indien/Goa tief im Gedächtnis verankert blieben. Das Bild, dass wir auf Erden nur zu Gast sind wiederum, geht auf meinen Mentor Daniel Orlansky zurück. Ein Bild, das mir zum ersten Mal vor einigen Jahren vor Augen führte, dass wir keine Angst vor dem Tod haben sollten. Im Gegenteil, er ist ein Teil des Lebens, der uns dabei unterstützt, unser Leben zu schätzen, auszufüllen, Träume wahr zu machen, indem wir unserer inneren Stimme Gehör schenken, unserer inneren Stimme folgen und auf das Ur-vertrauen (Patanjali: Niyama-Ishvara Pranidhana) tief in uns setzen.

Mach dir dein Leben selbst und anderen zum Geschenk!

Im Alltag die innere Stimme nicht zu verlieren, ist nicht immer ganz leicht. Du brauchst dafür Raum und Zeit für dich selbst – in der Meditation. Die Welt da draußen kann hektisch und laut sein, v.a. kann sie dir viel abverlangen. Doch in der Verbindung zur Erde findest du immer Kraft und Energie. Du kannst in dir selbst ruhen und still werden, um zu lauschen – nach innen lauschen. Die Mediation ist der Weg, deinen Geist zu beruhigen, Klarheit zu gewinnen und in gewissen Momenten erlaubt sie dir, deine innere Stimme klar und deutlich zu hören. Die Antworten auf deine Fragen sind in dir selbst verankert. Dein Bauch und dein Herz haben deine Antworten für dich.

Vertraue darauf und du wirst sie finden. 
Nimm sie an und folge ihnen. 

Gedankenfunke 2

Leben heißt loslassen

Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht. Denn es ist eine Lebensaufgabe. Doch Yoga zu praktizieren hilft dir dabei. Denn Yoga üben heißt unterm Strich nicht nur in und nach der Übungspraxis Stimulation und Entspannung zu erfahren. Das gilt schließlich für jede Situation in deinem Leben – gelassen bleiben.

Wer das nicht lernt, wird „er-starren“. Lernen wir nicht, in uns hineinzuhören und loszulassen, dann setzt Verspannung und Stress ein, für unsere Organe, unsere Muskeln unseren gesamten physischen Apparat. Hält dieser Zustand an, wird sich dieser Zustand auf unsere Psyche übertragen und wir werden krank. Denn wir sind nicht mehr im körperlichen und geistigen Flow, nicht mehr in unserer Mitte – Balance und Harmonie sind verloren gegangen.

Doch wie lerne ich loszulassen?

Yogisch betrachtet kann nur loslassen, wer geerdet ist. Lösen wir uns stattdessen auf in unseren Gedanken, Gefühlen, Sorgen, Ängsten etc., dann haben wir die Bodenhaftung verloren. „Wir heben ab!“

Die Asana-Praxis sowie einfachste Atemübungen bringen uns wieder in unsere Wurzel (Muladhara Chakra) zurück und verbinden uns mit der Quelle der Energie, mit Mutter Erde – Quelle unserer eigenen Lebenskraft und unseres Urvertrauens.

Nur über die Körpererfahrung wird es gelingen, sich zu lösen. Wer seinen Körper nicht kennt, kann auch nicht loslassen und sich über den physischen Körper hinaus erfahren. Die Yogapraxis ist daher zum einen der Weg, unseren Körper genau kennenzulernen und mit all seinen Stärken und Schwächen anzunehmen.  Wir nehmen uns an in unserem Sein (Sat) in genau diesem Moment. Und zum anderen bereitet diese Praxis unseren Körper und Geist darauf vor, in unser Bewusstsein (Cit) einzutauchen. Angstfrei und spielerisch können wir in diesem Zustand unserer wahren Natur begegnen. In Yoga Nidra (der bewussten Tiefenentspannung am Ende der Yogapraxis) und schließlich der Mediation wird die 4. Hülle des Menschen – „Vijnanamaya Kosha“ erfahrbar.  Übst du diesen Weg kontinuierlich, dann wird es dir gelingen „diese kleinen und größeren Momente von Glückseligkeit“ (ananda – dein fünftes Kosha) zu erfahren.

Osho:
Meditation makes you innocent, 
it makes you childlike.
In that state, miracles are possible. 
That state is pure magic.
A great transformation happens - 
In innocence you transcend the mind, 
and to transcend the mind is to 
become the Awakend One
              the Enlightend One. 

Darüber hinaus wird es dich dafür sensibilisieren, im alltäglichen Leben den Zustand von An-spannung schneller und  leichter wieder gegen den Zustand von Ent-spannung einzutauschen.

Gedankenfunke 3

Das Leben ist JETZT

Der Buddhismus lehrt:

  1. Es gibt Leid
  2. Es gibt Ursachen dafür
  3. Man kann das Leid beenden.
  4. Es gibt praktische Weg aus dem Leid

Man muss sich nicht zwangsläufig mit der Lehre des Buddhismus oder mit den Sutras von Patanjali beschäftigen, um bestätigen zu können, dass das Leben mit Leiden verbunden ist. Wir alle erfahren im Lauf des Lebens kleinere und größere Traumata, die uns prägen und begleiten. Letztere muss man aufarbeiten, die Wege dafür sind verschieden. Doch Fakt ist, oft schafft man es nicht, diesen allein zu gehen. Der oder die Menschen und Methoden, die einem dabei unterstützen können, muss man selbst finden. Der oft schwierigste Schritt ist, sich einzugestehen, dass man für die Begleitung eines Wegabschnittes jemanden um Hilfe bitten – und schließlich Hilfe annehmen muss. Nicht alles in diesem Leben schafft man allein.

Um dabei den richtigen Pfad einzuschlagen, sollte man auf seine Intuition vertrauen. Doch manchmal ist einem das „Ohr“ nach Innen abhandengekommen. Die feinen Töne unseres Herzens und unserer Seele erreichen uns nicht mehr. Spätestens dann bedarf es einer Person in unserem Leben, die „Verstopfungen“ und Blockaden mit uns „auflöst“, damit wir für unser „Sprachrohr“ von Innen nach Außen wieder zugänglich werden.

Ein weiterer Umstand, der uns Menschen ins Leid führt, ist unser Handeln oder besser gesagt unsere fest gefahrenen Handlungsmuster, die wir bereits von klein auf entwickeln. Kehren wir zur Yoga-Philosophie (Patanjali, Sutra 2.1 , 2.2) zurück, dann sprechen wir hier von ganz spezifischen „Hindernissen“, die uns ins Leid führen können:

Die 5 Kleshas (Sutras 2.5 – 2.9)

  1. Avidya – Nicht-Wissen, Unwissenheit, Ignoranz
  2. Asmita – Ego, Selbstbild, Ich-Identität
  3. Raga – Anhaftung, Haben-Wollen, Begierde (Prägungen)
  4. Dvesha – Ablehnung, Nicht-Haben-Wollen, Abneigung
  5. Abhinivesha – Angst bzw. das, wovor wir Angst haben – der Tod

Logischerweise gilt es Hürden in unserem Leben zu überwinden und nicht starr vor diesen zu verharren, weil man sie als unüberwindbar betrachtet. Aber natürlich kann uns ein Hindernis als sehr mächtig und groß erscheinen und wir werden es daher nicht im ersten Anlauf schaffen, darüber zu springen. Es kann uns Anstrengung und Ausdauer abverlangen und darin besteht bereits der erste Ansatz, Leiden hinter sich zu lassen: Genau diese Tatsache anzunehmen. An-nehmen, was ist.

Haben wir erst einmal erkannt, dass Kleshas beständig unser Leben begleiten und welches/welche gerade darauf einwirkt/-en, dann können wir handeln. Wir müssen uns also dem persönlichen Leid nicht hin-geben oder er-geben. Erkennen wirst du die Kleshas allerdings nur, wenn du zum Beobachter deines Selbst wirst. Dafür solltest du innehalten, dein Handeln bzw. deine Emotionen bewusst hinterfragen, um nach und nach deine eigenen Handlungsmuster erkennen und auflösen zu können. Klarheit nicht Verklärung ist der Weg!

Alle fünf Kleshas haben in unserem Leben ihr Gewicht, immer wiederkehrend, wie ich finde, ist die „Anhaftung“.

Wir wollen, dass

  • etwas oder jemand in unserem Leben bleibt
  • etwas Bestimmtes eintrifft
  • etwas Schönes sich nicht verändert etc.

Hängen wir ständig unseren Wünschen, unseren Vorstellungen davon nach, wie das GESTERN war und das MORGEN sein könnte, dann verpassen wir das JETZT. Das allerdings ist die einzige Chance dem Weg des Leidens zu entkommen: Im HIER und JETZT zu leben.

Denn das Leben ist der Moment! 
Lerne also den Augenblick anzunehmen und voll auszuschöpfen!
Im nächsten Gedankenfunken wirst du etwas darüber erfahren, dass Annehmen nicht Handlungsunfähigkeit bedeutet: Das Leben ist Transformation